1000 Windräder bis 2026

MP Kretschmann: 1000 Windräder bis 2026, ein Wunder?

Dipl.-Ing. Willy Fritz

Am Mittwoch 09. 11. erschien auf der Titelseite der Blätter des ZVW in einem Einschub eine Aussage von MP Kretschmann, die sinngemäß lautete, dass es an ein Wunder grenzen würde, wenn man bis 2026 1000 neue Windräder im Lande errichten könnte. Doch selbst dieses Wunder würde nicht viel weiterhelfen, wie nachfolgende Ausführungen zeigen.

Momentan stehen in BW 800 Windräder (aktuellster Stand: genau 799) mit einer Nennleistung von insgesamt 1.762 MW. Das sind etwa 2 MW pro Windrad, da sich hier auch noch viele ältere Anlagen im 1 MW Bereich darunter befinden. Neue Anlagen (bis 170 m Nabenhöhe, 160 m Rotordurchmesser) dürften im Schnitt auf eine Nennleistung von 4 MW oder 4.000 kW kommen. Insgesamt würde dann durch diesen Zubau die bisher installierte Nennleistung bestenfalls verdreifacht. (Wobei nicht berücksichtigt ist, dass Altanlagen nach 20 Jahren Betriebszeit so nach und nach wegfallen werden).

 In der Fotovoltaik sind bisher 7.280 MW installiert. Hier ist bis 2026 allenfalls eine Verdoppelung möglich.

Betrachtet man nun den Anteil der einzelnen Energieträger am Stromverbrauch in BW im Jahr 2021, so stellt sich das so dar:

  

 

 

Wenn nun die Kapazität der Windenergie verdreifacht würde, so wären das nach Adam Riese insgesamt 13,5 %, eine Verdoppelung der Solarkapazität ergäbe 20,6 % Solarstrom. Wasserkraft und Biomasse sind in BW nicht mehr weiter ausbaubar und sind bereits seit 2015 konstant. Das würde hinten und vorne nicht reichen um den Wegfall der Kernkraft (April 2023) und den Wegfall der Kohlekraftwerke (Nach Willen Der Grünen 2030) zu kompensieren. Zusätzlich sollen ja auch die fossilen Gaskraftwerke, die in BW allerdings eine unbedeutende Rolle spielen, zukünftig wegfallen. 

Dann müsste man also notgedrungen den Importanteil drastisch erhöhen und das Ganze sähe dann so aus: 

 

Die Anteile von Müllverwertung und Sonstiges wurden mal beibehalten. Sorry, aber das ist die Stromversorgung eines Entwicklungslandes! Abgesehen von der Volatilität reichen die Kapazitäten der geplanten Erweiterungen hinten und vorne nicht. Die gegenwärtigen Erzeugerkapazitäten müssten bei der Windenergie mindestens verzehnfacht und bei der Fotovoltaik verdreifacht werden! Letzteres wäre noch machbar, aber die dann erforderlichen 5.000 Windräder wären laut der Aussage von Kretschman völlig illusorisch. 

Das alles könnte eigentlich jedermann, der die 4 Grundrechenarten beherrscht mit einem Bleistift, einem Blatt Papier und einem solarbetriebenem Taschenrechner leicht nachvollziehen. Man kann nur hoffen, dass Frankreich schnellst möglich seine Kernkraftwerke wieder in Betrieb bekommt, um unseren Strommangel auszugleichen. Selbst Minister Habeck hat schon diesbezüglich gejammert.

 Es ist nach wie vor unfassbar, mit welcher Naivität unsere Politiker in der "Energiewende" weiter agieren!

Im Umkehrschluss: wenn man schon auf fast 50% Importstrom angewiesen ist, kommt es auf 10% mehr auch nicht mehr an und man könnte auf einen weiteren Ausbau der Windenergie im Lande getrost verzichten. Dafür Landschaftsschutzgebiete, Grünzüge und den sozialen Frieden im Lande erhalten.