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Gratis-Windpark sorgt für Streit in der Ökobranche

DIE WELT 13.5.17 Daniel Wetzel

Erstmals soll ein deutscher Meereswindpark komplett ohne Subventionen gebaut werden. Statt Applaus kommt vom Branchenverband der Ökostromer heftige Kritik – er stellt EnBW wegen Zockerei an den Pranger.

Als die Bundesnetzagentur Mitte April das Ergebnis der ersten staatlichen Ausschreibung für den Bau von Offshore-Windparks veröffentlichte, kam das Ergebnis einer Sensation gleich.

Die Energiekonzerne EnBW aus Deutschland und Dong aus Dänemark gewannen den Zuschlag für den Bau der Milliardenprojekte in der Nordsee mit dem Versprechen, dabei erstmals völlig ohne Subventionen auszukommen. In dem Kostenwettbewerb hatte sich die Offshore-Windkraft überraschend als billigste Stromquelle überhaupt erwiesen.

Der dramatische Kostenverfall der Meereswindenergie könnte weitreichende Folgen für die Energiewende insgesamt haben. Denn der ökologische Umbau der deutschen Stromversorgung war bislang wegen Förderkosten von über 30 Milliarden Euro pro Jahr hochgradig umstritten.

Doch die plötzliche Aussicht auf subventionsfreien grünen Strom sorgte in der Ökostromszene keinesfalls für Beifall. Im Gegenteil: Ausgerechnet der Bundesverband Windenergie (BWE) reagierte eher sauertöpfig auf den Sieg seines Mitgliedsunternehmens EnBW in der Ausschreibung. Ist das Investment von EnBW ein Risiko?

Wenn EnBW die Investitionen für den Offshore-Windpark He Dreiht ohne Beihilfen am normalen Strommarkt refinanzieren wolle, sei dies ein "stark risikoorientiertes Verhalten", das sich offenbar vor allem "mit den Erwartungen der staatlichen Anteilseigner" erklären lasse, stänkerte BWE-Präsident Hermann Albers in einer Pressemitteilung.

Mieterstrom – die nächste Absurdität der Energiewende

Albers spielte damit auf die Aktionärsstruktur der EnBW an, die zur Hälfte im Besitz des grün regierten Landes Baden-Württemberg und zur Hälfte im Besitz schwäbischer Kommunen liegt. Ein privater Unternehmer hätte sich so ein Gebot nicht geleistet, lautete der indirekte Vorwurf des BWE-Präsidenten.

Und Albers legte nach: Womöglich sei der Kostenvoranschlag der siegreichen Konzerne nur deshalb so unschlagbar niedrig ausgefallen, weil die ihre Gebote aus den Erlösen ihres Stromvertriebs praktisch quersubventioniert hätten, unterstellte der BWE-Präsident. Das "hoch spekulative" Verhalten der Konzerne, so Albers, könne sich am Ende als "nicht belastbar" erweisen. Würden die Windparks deswegen am Ende doch nicht gebaut, würde dies "energiewirtschaftliche Verwerfungen nach sich ziehen".

"Große Verwunderung und großer Ärger

EnBW, ein Konzern, der sich seit Jahren vollständig nach den Anforderungen der Energiewende ausrichtet, hatte wohl eigentlich Lob für vorbildliches Verhalten im Wettbewerb erwartet. Dass man nun jedoch für angeblich verantwortungslose Zockerei an den Pranger gestellt wurde – und dies ausgerechnet noch vom eigenen Branchenverband – das war für die Verantwortlichen in der Stuttgarter Konzernzentrale dann doch zu viel. Er habe die Pressemitteilung des Bundesverbandes Windenergie "mit großer Verwunderung und großem Ärger zur Kenntnis genommen", beschwerte sich Dirk Güsewell, Leiter Erzeugung Portfolioentwicklung bei der EnBW, schriftlich bei Albers.

Die neuen Energiedrachen sind besser als Windräder

Anstatt im Vorfeld nach der Einschätzung oder Meinung des eigenen Mitgliedsunternehmens zu fragen, stelle der Windkraftverband "obskure Vermutungen und Thesen auf", kritisierte Güsewell. Schon die Annahme, dass man wegen der staatlichen Anteilseigener eine höhere Risikobereitschaft habe, "macht überhaupt keinen Sinn", beschied der EnBW-Manager dem Verbandspräsidenten. "Sie sollten sich mal mit einigen ihrer Mitgliedsunternehmen über den erwarteten technischen Fortschritt unterhalten, anstatt über das Angebot zu spekulieren." Auch der indirekte Vorwurf der Quersubventionierung sei "nicht haltbar", betonte Güsewell: Die Projekte des Konzerns würden "eigenständig auf die Rentabilität geprüft und bewertet". Schließlich könne er die Kritik des Verbandes am neuen Ausschreibungssystem der Bundesregierung nicht nachvollziehen: "Dass die Politik mehr Transparenz verlangt, ist ihre Pflicht gegenüber den Verbrauchern", erinnerte der EnBW-Manager den Verbandspräsidenten: "Darauf weisen Sie in Bezug auf konventionelle oder nukleare Kraftwerke bei jeder Möglichkeit hin." Der Pressemitteilung fehle es "nicht nur an Kenntnis der Energiewirtschaft", auch die politische Botschaft sei "völlig verfehlt".

"Sie hätten den Schwung nutzen können

Insgesamt mache der Windkraftverband weiterhin den überholten Vergleich "BWE gegen die bösen großen Energieversorger" auf und spiele überdies Offshore- gegen Onshore-Windkraft gegeneinander aus. "Sie hätten den Schwung, den ein Windpark ohne Förderung politisch auslöst, nutzen können", wirft EnBW-Manager Güsewell dem Windkraftverband vor: Zumindest hätte er vom Verband erwartet, "dass er eine differenzierte Stellungnahme abgibt und nicht mit Vermutungen und Behauptungen die Seriosität des Gebotes eines Mitgliedsunternehmens infrage stellt". Diese Insel zeigt das ganze Dilemma der Energiewende Der Bundesverband Windenergie hält auf Nachfrage der WELT an den Aussagen seiner Pressemitteilung fest: "Wir wissen aus der Analyse ausländischer Märkte, dass bei Ausschreibungen Zielverfehlungen drohen", erklärte BWE-Hauptgeschäftsführer Wolfram Axthelm. Die Gebote der Unternehmen in der Offshore-Ausschreibung seien "mit sehr mutigen Annahmen auf die Zukunft erfolgt", man wünsche sich, dass diese Annahmen auch einträfen. Der BWE spricht offiziell zwar sowohl für Windenergie auf See als auch für Windkraft an Land. Allerdings sieht der Verband von seiner Herkunft her einen gewissen Schwerpunkt bei landgestützter Windenergie. Die Betreiber und Errichter von Projekten in Nord- und Ostsee haben sich zusätzlich in der Stiftung Offshore-Windenergie organisiert.

Abstandsregelung von Windkraftanlagen in Flugplatznähe

29.4.17 Zur Abstandsregelung von Windkraftanlagen in Flugplatznähe hebe ich in AVIATION NEWS in der Ausgabe 1/2016 in einem Bericht Stellung genommen und auf das Fachgutachten der FH Aachen unter Prof. Ing. Dr. Frank Janser verwiesen das seit 15.12.2015 vorliegt. Mit erheblicher Verspätung hat sich der Bund-Länder Fachausschuß unter Leitung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) am 10.2.17 mit dem Inhalt des Gutachtens befasst. Prof. Dr. -Ing. Frank Janser konnte das Gutachten vortragen, allerdings wurde - zeitlich versetzt - ein Gegengutachten ebenfalls vorgestellt. Dadurch wurde weder eine Diskussion der Gutachten im Bund-Länder-Fachausschuß ermöglicht, noch waren Vertreter der betroffenen Luftfahrtverbände zugelassen. Die fehlende Einbindung der Luftsportverbände, sowie die Verhinderung einer Diskussion zwischen den Gutachtern, den betroffenen Verbänden und Vertretern des BMVI sind auf wenig Verständnis gestoßen.

Die bisherige Regelung, herausgegeben vom Bundesverkehrsministerium am 3. August 2012, hat in Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) in „Nachrichten für Luftfahrer“ (NfL) 1 92/13 eine Abstandsregelung von 400 Meter zum Gegenanflug und 850 Metern zu den anderen Teilen der Platzrunde zu Grunde gelegt (gemeinsame Grundsätze des Bundes und der Länder für die Anlage und den Betrieb von Flugplätzen für Flugzeuge im Sichtflugbetrieb). Im vorgenannten Gutachten wird nachgewiesen, dass dieses Verfahren nicht geeignet ist, in allen Betriebsarten einen sicheren Flugbetrieb in Flugplatznähe zu gewährleisten.

Verwirrung um neue Abstandsregel

Im Oktober 2016 hatte ein NfL 1-847-16 kurzzeitig für Verwirrung in Fachkreisen gesorgt, da zur „Festlegung von Mindestabständen von Hindernissen zu festgelegten Sichtflugverfahren“ überraschend neue, grössere Abstände zu Windkraftanlagen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bekannt gegeben wurden. Es heißt dort: „Unbeschadet der Anforderungen an die Hindernisbegrenzung sollen im Bereich der nach §33 Luftverkehrs-Ordnung festgelegten Flugverfahren für Flüge nach Sichtflugregeln keine Hindernisse vorhanden sein, die die sichere Durchführung des an- und abfliegenden Luftverkehrs nach Sichtflugregeln gefährden können. Von einer Gefährdung des an- und abfliegenden Flugverkehrs nach Sichtflugregeln ist grundsätzlich dann auszugehen, wenn luftrechtlich relevante Bauwerke oder sonstige Anlagen innerhalb eines Bereiches von 1000 m zu jeder Seite der festgelegten Flugverfahren errichtet werden sollen. Im Bereich um Pflicht- u. Bedarfsmeldepunkte trifft dies für einen Radius von 2000 m zu. Die Beurteilung im Einzelfall, ob und inwieweit Bauwerke oder sonstige Anlagen die Durchführung des an- und abfliegenden Luftverkehrs nach Sichtflugregeln beeinträchtigen, soll auf Grundlage einer Stellungnahme der zuständigen Flugsicherungsorganisation erfolgen.“

Diese NfL, ursprünglich für kontrollierte Flugplätze gedacht, wird in Ermangelung klarer Vorgaben vom BMVI von manchen Luftfahrtbehörden in Süddeutschland auch bei nichtkontrollierten Flugplätzen zur Anwendung gebracht. Darüber hinaus haben einige Luftfahrtbehörden als Konsequenz aus dem Flugunfall in Melle (Zusammenstoß eines Flugzeuges mit einem Windradgittermast – Pilot tödlich verunglückt) ihre Zustimmung nach § 14 LuftVG solange verweigert bis dieser Flugunfall durch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersucht ist. Damit an allen Flugplätzen die Flugsicherheit gewährleistet wird, ist dringend eine neue Abstandsregelung erforderlich! Hierzu gehört folgender Regelungsbedarf:

  • Die starre Abstandsregelung 400/850 m zur Platzrunde (NfL 1-92/93) ist ungeeignet und muss durch eine flexible ersetzt werden (siehe Gutachten FH-Aachen), damit wird auch künftigen Entwicklungen entsprochen

  • Im Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Windenergieanlagen müssen, ausser der Platzrunde, die flugbetrieblichen Erfordernisse bei der Abstandsfestlegung ebenfalls berücksichtigt werden (Thermiksuchgebiet, Übungsraum, Ausweichvollkreise, Hangfluggebiete usw.) Durch die Beachtung der Besonderheiten jeder Flugbetriebsart (Motorflug, Segelflug, Fallschirmspringer usw.) und daraus entstehenden unterschiedlichen notwendigen Abständen zu Windenergieanlagen wird dem Ausbau der Windenergie der notwendige Raum gegeben, ohne die Flugsicherheit zu gefährden. Ein guter Kompromiss ist möglich, jetzt ist der Gesetzgeber in der Pflicht!

Windkraft - Abstandsregel zu Flugplätzen - wann lichtet sich der Nebel?

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Abstandsregelung von Windkraftanlagen in Flugplatznähe

29.4.17 Zur Abstandsregelung von Windkraftanlagen in Flugplatznähe habe ich in AVIATION NEWS in der Ausgabe 1/2016 in einem Bericht Stellung genommen und auf das Fachgutachten der FH Aachen unter Prof. Ing. Dr. Frank Janser verwiesen das seit 15.12.2015 vorliegt. Mit erheblicher Verspätung hat sich der Bund-Länder Fachausschuß unter Leitung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) am 10.2.17 mit dem Inhalt des Gutachtens befasst. Prof. Dr. -Ing. Frank Janser konnte das Gutachten vortragen, allerdings wurde - zeitlich versetzt - ein Gegengutachten ebenfalls vorgestellt. Dadurch wurde weder eine Diskussion der Gutachten im Bund-Länder-Fachausschuß ermöglicht, noch waren Vertreter der betroffenen Luftfahrtverbände zugelassen. Die fehlende Einbindung der Luftsportverbände, sowie die Verhinderung einer Diskussion zwischen den Gutachtern, den betroffenen Verbänden und Vertretern des BMVI sind auf wenig Verständnis gestoßen.

Die bisherige Regelung, herausgegeben vom Bundesverkehrsministerium am 3. August 2012, hat in Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) in „Nachrichten für Luftfahrer“ (NfL) 1 92/13 eine Abstandsregelung von 400 Meter zum Gegenanflug und 850 Metern zu den anderen Teilen der Platzrunde zu Grunde gelegt (gemeinsame Grundsätze des Bundes und der Länder für die Anlage und den Betrieb von Flugplätzen für Flugzeuge im Sichtflugbetrieb). Im vorgenannten Gutachten wird nachgewiesen, dass dieses Verfahren nicht geeignet ist, in allen Betriebsarten einen sicheren Flugbetrieb in Flugplatznähe zu gewährleisten.

Verwirrung um neue Abstandsregel

Im Oktober 2016 hatte ein NfL 1-847-16 kurzzeitig für Verwirrung in Fachkreisen gesorgt, da zur „Festlegung von Mindestabständen von Hindernissen zu festgelegten Sichtflugverfahren“ überraschend neue, grössere Abstände zu Windkraftanlagen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bekannt gegeben wurden. Es heißt dort: „Unbeschadet der Anforderungen an die Hindernisbegrenzung sollen im Bereich der nach §33 Luftverkehrs-Ordnung festgelegten Flugverfahren für Flüge nach Sichtflugregeln keine Hindernisse vorhanden sein, die die sichere Durchführung des an- und abfliegenden Luftverkehrs nach Sichtflugregeln gefährden können. Von einer Gefährdung des an- und abfliegenden Flugverkehrs nach Sichtflugregeln ist grundsätzlich dann auszugehen, wenn luftrechtlich relevante Bauwerke oder sonstige Anlagen innerhalb eines Bereiches von 1000 m zu jeder Seite der festgelegten Flugverfahren errichtet werden sollen. Im Bereich um Pflicht- u. Bedarfsmeldepunkte trifft dies für einen Radius von 2000 m zu. Die Beurteilung im Einzelfall, ob und inwieweit Bauwerke oder sonstige Anlagen die Durchführung des an- und abfliegenden Luftverkehrs nach Sichtflugregeln beeinträchtigen, soll auf Grundlage einer Stellungnahme der zuständigen Flugsicherungsorganisation erfolgen.“

Diese NfL, ursprünglich für kontrollierte Flugplätze gedacht, wird in Ermangelung klarer Vorgaben vom BMVI von manchen Luftfahrtbehörden in Süddeutschland auch bei nichtkontrollierten Flugplätzen zur Anwendung gebracht. Darüber hinaus haben einige Luftfahrtbehörden als Konsequenz aus dem Flugunfall in Melle (Zusammenstoß eines Flugzeuges mit einem Windradgittermast – Pilot tödlich verunglückt) ihre Zustimmung nach § 14 LuftVG solange verweigert bis dieser Flugunfall durch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersucht ist. Damit an allen Flugplätzen die Flugsicherheit gewährleistet wird, ist dringend eine neue Abstandsregelung erforderlich! Hierzu gehört folgender Regelungsbedarf:

  • Die starre Abstandsregelung 400/850 m zur Platzrunde (NfL 1-92/93) ist ungeeignet und muss durch eine flexible ersetzt werden (siehe Gutachten FH-Aachen), damit wird auch künftigen Entwicklungen entsprochen

  • Im Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Windenergieanlagen müssen, ausser der Platzrunde, die flugbetrieblichen Erfordernisse bei der Abstandsfestlegung ebenfalls berücksichtigt werden (Thermiksuchgebiet, Übungsraum, Ausweichvollkreise, Hangfluggebiete usw.) Durch die Beachtung der Besonderheiten jeder Flugbetriebsart (Motorflug, Segelflug, Fallschirmspringer usw.) und daraus entstehenden unterschiedlichen notwendigen Abständen zu Windenergieanlagen wird dem Ausbau der Windenergie der notwendige Raum gegeben, ohne die Flugsicherheit zu gefährden. Ein guter Kompromiss ist möglich, jetzt ist der Gesetzgeber in der Pflicht!

Negativer Strompreis

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Der am Spotmarkt gehandelte Strom war im Jahr 2016 noch günstiger als in den Vorjahren. Im Mittel kostete eine Megawattstunde Strom an der Epex-Spot zur Lieferung am folgenden Tag 28,81 Euro (2015: 31,91 Euro). Besonders günstig war er zu Jahresanfang, so notierte der Day-ahead-Preis im Februar bei 22 Euro je Megawattstunde. In der zweiten Hälfte des Jahres stieg der Strompreis sukzessive und erreichte im vierten Quartal durchschnittlich 37,61 Euro je Megawattstunde.

Die Ursache dafür waren zum einen die zu Jahresende wieder anziehenden Rohstoffpreise bei Erdgas und Steinkohle, zum anderen aber auch die deutlich gestiegenen Strompreise in Frankreich, wo etliche Kernkraftwerke im Herbst 2016 aufgrund von Sicherheitsbedenken kurzfristig vom Netz genommen worden waren.

Höhe der Preisauschläge steigt - Häufigkeit geringer

Die Volatilität des Stromangebots durch Erneuerbare Energien schlägt sich weiterhin in den kurzfristigen Strompreisen nieder. Allerdings veränderte sich das Muster gegenüber dem Vorjahr: Die Höhe der Ausschläge der kurzfristigen Großhandelsstrompreise hat insgesamt zugenommen, während ihre Häufigkeit rückläufig war. So überschritt der Strompreis am Spotmarkt nur an 391 Stunden die Marke von 50 Euro, im Jahr 2015 waren es noch 603 Stunden gewesen. Allerdings übersprang der Preis 2016 an 30 Stunden die 75-Euro-Marke. Das war 2015 nur an 8 Stunden der Fall gewesen. Der höchste Preis wurde am 8. November um 17 Uhr erreicht: eine Megawattstunde kostete 104,96 Euro (Maximum 2015: 99,77 Euro/Megawattstunde). Ein vergleichbares Muster zeigt sich auch bei den negativen Strompreisen. Nachdem diese im Jahr 2015 an 126 Stunden verzeichnet wurden, waren es 2016 nur noch 97 Stunden. Im Mittel betrug der Strompreis in diesen Stunden -17,81 Euro je Megawattstunde (2015: -9,00 Euro/Megawattstunde). An 46 Stundenbetrug der Strompreis weniger als -10 Euro je Megawattstunde (2015: 41 Stunden), an 11 Stunden wurden weniger als -50 Euro je Megawattstunde erreicht.

Der niedrigste Preis datiert auf den 8. Mai um 14 Uhr: hier wurde eine Megawattstunde mit -130,09 Euro gehandelt. Mit Beginn des Jahres 2016 ist auch die 6-Stunden-Regelung des EEG 2014 in Kraft getreten, derzufolge nach dem 1. Januar 2016 errichtete großskalige Erneuerbare- Energien-Anlagen dann keine Vergütung erhalten, wenn sechs Stunden in Folge oder länger an der Strombörse negative Strompreise herrschen Dieser Fall ist 2016 sieben Mal aufgetreten, insgesamt wurde die Vergütung für solche Anlagen im Jahr 2016 an 55 Stunden ausgesetzt.4 Sechs oder mehr Stunden mit negativen Preisen treten am ehesten an Wochenenden und an Feiertagen auf.

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Energiewende: Ausblick auf 2017

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Für das Jahr 2017 lassen sich einige Trends im Bereich des Stromsystems prognostizieren:

Weiteres Wachstum bei Windkraftanlagen: Im Jahr 2017 gelten noch die Übergangsregelungen aus dem alten EEG, sodass viele Windanlagenprojektiere versuchen, noch vor Beginn der Ausschreibungen (siehe unten) ihre Anlagen unter den Regelungen des EEG 2014 zu errichten. Auch im Bereich Offshore-Windkraft sind mehrere Windparks im Bau. Ein weiterer Zubau von Windanlagen in Höhe von 4 Gigawatt (On- und Offshore) für 2017 ist insofern realistisch.

Gestiegene Attraktivität von Solarstrom-Eigenversorgungsanlagen:

Für neue Solaranlagen mit einer Leistung von weniger als 750 Kilowatt, für die anstelle des neuen Ausschreibungsregimes weiterhin Einspeisevergütungsregeln gelten, wird das Jahr 2017 voraussichtlich mehrere Erhöhungen der Vergütung bringen. Beispielsweise steigt für Kleinanlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt die Vergütung zum 1. Januar 2017 von 12,50 Cent auf 12,70 Cent pro Kilowattstunde, zum zweiten Quartal steht aufgrund der sehr niedrigen Zubauraten 2016 vermutlich eine weitere Erhöhung an. Verbunden mit den kontinuierlich sinkenden Preisen für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher in Kombination mit steigenden Haushalts- und Gewerbestrompreise wächst somit 2017 die Attraktivität für Solarstrom-Eigenversorgungsanlagen deutlich. In Summe mit den Anlagen aus den Ausschreibungen, die nun gebaut werden müssen (siehe unten), ist eine Zubaumenge von etwa 1,5 Gigawatt Photovoltaik im Jahr 2017 realistisch.

Kraftwerksstilllegungen im konventionellen Bereich:

Als Teil des Atomausstiegs erlischt die Betriebsgenehmigung des Kernkraftwerks Gundremmingen B Ende Dezember 2017. Es gehört mit einer Leistung von 1.344 Megawatt zu den großen deutschen Kernkraftwerken. Zum 1. Oktober 2017 werden zudem zwei weitere Braunkohlekraftwerke in die so genannte Sicherheitsbereitsschaft gehen: Die Blöcke P und Q des Kraftwerkes Frimmersdorf mit´einer Leistung von jeweils 300 Megawatt. Darüber hinaus hat die STEAG fünf alte Kohlekraftwerksblöcke zur Stilllegung angemeldet, die insgesamt eine Leistung von etwa 2.300 Megawatt haben. Damit werden konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von gut vier Gigawatt im Jahr 2017 das deutsche Stromsystem verlassen. Aufgrund der Überkapazitäten im deutschen Strommarkt stellt dies für die Versorgungssicherheit kein Problem dar. Da diese Kraftwerke zu den eher inflexiblen Anlagen gehört haben, dürfte sich vielmehr die Flexibilität des Stromsystems durch die Abschaltungen erhöhen.

Das Jahr 2017 hat darüber hinaus energiepolitische Bedeutung:

Ausschreibungen als Instrument der Erneuerbaren-Energien-Finanzierung: Am 1. Januar 2017 ist das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft getreten. Das Gesetz vollzieht vor allem den Wechsel von einer Regulierung des Erneuerbare-Energien-Zubaus über gesetzlich festgelegte Einspeisevergütungen hin zu einer Bestimmung der Erneuerbaren-Vergütung über Ausschreibungen. Zudem wird die Ausbaumenge über die Ausschreibungsmenge reguliert, während bisher die Zubaumengen indirekt über die Förderhöhen gesteuert werden sollten. In der 25-jährigen Geschichte der Erneuerbaren-Energien-Förderung in Deutschland stellt dies einen grundlegenden Paradigmenwechsel dar. So sieht das EEG 2017 die Ausschreibung von zunächst jährlich 2.800 Megawatt Windkraftleistung an Land vor. Der erste Ausschreibungstermin für eine Leistung in Höhe von 800 Megawatt ist der 1. Mai 2017. Zudem werden durch Regelung des neuen Windenergie-auf-See-Gesetzes am 1. März 2017 1.550 Megawatt Windkraftleistung auf See ausgeschrieben. Darüber hinaus werden im Bereich der Photovoltaik die bisherigen Pilotausschreibungen für große Anlagen als dauerhaftes Instrument etabliert mit einer Jahresmenge von 600 Megawatt. Und auch bei den Biogasanlagen wird es eine Ausschreibung für Neu- und Bestandsanlagen geben in Höhe von zunächst 150 Megawatt pro Jahr.

Sinkende Kosten für Erneuerbare Energien:

Es wird erwartet, dass die Ausschreibungen die Kosten für Strom aus Erneuerbaren Energien weiter senken. Die jüngsten Ausschreibungsergebnisse aus dem Herbst 2016 für Offshore-Windenergie in den Niederlanden und in Dänemark haben tatsächlich deutlich niedrigere Strombezugskosten als in Deutschland generiert. Auch die Ergebnisse der Solarstrom-Pilotausschreibungen haben in den vergangenen zwei Jahren deutlich sinkende Solarstromkosten ergeben – so gab es bei der jüngsten deutsch-dänischen Solarstromauktion das Rekordergebnis von nur 5,38 Cent pro Kilowattstunde. Weitere Preisrückgänge sind angesichts eines weltweiten Preisverfalls wahrscheinlich.

Realisierungsquoten:

Das Jahr 2017 wird erstmals auch belastbare Informationen über die Realisierungsquoten bei Ausschreibungen liefern: Am 6. Mai 2017, 20. August 2017 und 18 Dezember 2017 endet die ultimative Frist für die Inbetriebnahme von Solarstromanlagen für die im Rahmen der ersten drei Pilotausschreibungen schon Jahr 2015 Zuschläge erteilt worden war. Hier geht es insgesamt um 500 Megawatt. Darüber hinaus steht das Jahr 2017 energiepolitisch unter dem Einfluss der Bundestagswahl. Der Ausgang der Wahl wird die künftige Energiepolitik Deutschlands maßgeblich prägen. In der kommenden Legislaturperiode stehen im Zusammenhang mit der Energiewende etliche wesentliche Entscheidungen an, etwa die Frage, wie der Verkehrs- und der Wärmesektor dekarbonisiert werden können und welchen Anteil hierbei ein verstärkter Einsatz von Ökostrom haben kann. Zudem werden 2017/2018 die Weichen dafür gestellt, ob die nationalen Klimaschutzziele für 2020 und 2030 noch erreicht werden können und insbesondere, ob es einen langfristig verlässlichen Ausstiegsfahrplan aus der Kohlekraft geben wird. Wichtig wird auch, gerade angesichts stetig steigender Strompreise bei sinkenden Öl- und Gaspreisen, eine grundlegende Überarbeitung des Abgaben- und Umlagensystems sein.

Quelle: AGORA Jahresbericht 20.3.17

Eiswurf

Die Gefahren, die von Windkraftanlagen ausgehen können, werden einerseits aus Unwissenheit unterschätzt und andererseits – wissentlich - nicht nur unterschätzt, sondern bewusst verschwiegen. Dabei könnte und sollte die Anzahl bekannt gewordener Unfälle und gefährlicher Ereignisse längst ausgereicht haben, um die zuständigen Ämter und Behörden wachzurütteln oder auch aufzuschrecken.

*Bildbeschreibung

Eistage pro Jahr

Zu beachten ist, dass sich die Wurfweite, die vom Quadrat der Geschwindigkeit direkt abhängig ist, von z.B. 547 m auf 855 m erhöht, wenn die Umdrehungszahl von 20 rpm auf 25 rpm geändert wird (was bei einem Defekt des Bremssystems jederzeit geschehen kann). Im übrigen kann es auch nicht darum gehen abzuschätzen, unter welchen Wetterbedingungen und wie oft ein solches fatales Ereignis eintreten könnte. Genauso wenig zulässig ist die Abschätzung eines möglichen (und wahrscheinlich tödlichen) Restrisikos, das dann ja von Mensch und Tier, die sich innerhalb der Gefahrenzone aufhalten, zu tragen wäre. Windkraftanlagen und deren Betrieb besitzen innerhalb einer für jede WKA spezifischen Gefahrenzone ein unter keinen Umständen tolerierbares Gefährdungspotential. Wer hier Bau- und Betriebsgenehmigungen ohne sicherheitsrelevante Auflagen erteilt, macht sich u.U. nicht nur zivilrechtlich, sondern auch strafrechtlich haftbar.

Bildbeschreibung

Eisansatzerkennung durch Unwuchten und Vibrationen (Nordex) Aufgrund der geringen Unterschiede von den Eisansatz beeinflussenden Umgebungsparametern, wie z.B. Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Windströmungsrichtung und Böigkeit, direkt an den Oberflächen der Drei Rotorblätter einer Windkraftanlage, findet in der Regel ein ungleichmäßiger (unsymmetrischer) Eisansatz an den Rotorblättern statt. Diese Ungleichverteilung in der Ausbreitung des Eisüberzugs führt aufgrund der damit verbundenen Gewichtsunterschiede der Blätter und der Drehbewegung des Rotors bei Betrieb zu einer Unwucht im Antriebsstrang. Diese Unwucht überträgt sich auf die Gondel und den Turm und regt zu Vibrationen an, die über die standardmäßig installierte und dauerhaft arbeitende Turmschwingungsüberwachung erkannt werden. Im Falle von hohen Vibrationen wird die Anlage gestoppt indem die Rotorblätter in Fahnenstellung gebracht werden.

In dieser Stellung ist ein Wiederanlaufen der Anlage nicht möglich. In der Regel muss die Anlage manuell (d.h. durch Inaugenscheinnahme) wieder angefahren werden (Vestas)

Eisansatzerkennung durch Betriebsparameterabgleich (Nordex) Während der gesamten Betriebsdauer der Windkraftanlage werden kontinuierlich unter anderem die Betriebsparameter Windgeschwindigkeit und aktuelle Leistungsabgabe aufgezeichnet und mit den Soll werten der Anlagensteuerung verglichen. Bei Eisansatz an den Rotorblättern verändert sich deren Form und damit ihr aerodynamisches Profil, so dass es zu einer Abweichung zwischen Soll-Drehzahl bzw. –Leistung und Ist-Drehzahl bzw. Leistung bei der aktuell vorherrschenden Windgeschwindigkeit kommt. Die Anlage wird bei Nichteinhaltung der Vorgabeparameter sofort sanft abgebremst. Dieses Verfahren erkennt symmetrischen als auch unsymmetrischen Eisansatz. Eisansatzerkennung durch Abgleich der gemessenen Windgeschwindigkeiten (Nordex)

Die Messung erfolgt durch ein Schalensternanemometer und ein berührungsfreies Ultraschallanemometer. Beim Schalensternanemometer wird die Lagerung beheizt, in den Schalen selbst jedoch kann sich Eis bilden. Dies führt zu einer Verringerung der gemessenen Windgeschwindigkeit wenn sich Eis bildet, während das Ultraschallanemometer weiterhin die richtige Windgeschwindigkeit misst. Die beiden Systeme überprüfen sich ständig gegenseitig und die WKA stoppt, sofern sich die Werte von beiden Windgeschwindigkeitsmessern einen zu grossen Unterschied aufweisen.

Warmlufteinblasung in das Rotorblatt (Enercon) Bei der Warmlufteinblasung wird Warmluft von der Nabe her ins Rotorblatt (Vorderkante und Hinterkante) eingeführt.

Lidar Windmessung

Lidarmessgeräte senden einen Laserblitz aus, der von kleinen Luftteilchen zurückgestreut wird. Anhand der windgeschwindigkeitsabhängigen Frequenzverschiebung, die bei der Reflektion des Strahls auftritt, erkennt das Gerät Windgeschwindigkeit und -richtung in verschiedenen Höhen. Die Akzeptanz durch Gutachter, Banken und Investoren steigt zunehmend. Lidarmessungen liefern ohne Eingriffe in die Natur Messergebnisse in Höhen bis 250 Meter. Problemlos lässt sich gleichzeitig in verschiedenen Höhen messen und am Ende der Messkampagne der Standort wechseln. Knifflig wird die Qualitätssicherung im komplexen Gelände, für das die Technik logistisch gut geeignet ist. Eine Zusatzoption des Herstellers Leosphere, nimmt eine Standortkorrektur der Messdaten im Gerät vor. Die Messungenauigkeiten sind richtungsabhängig. Rund um den Messpunkt ist das Gelände unterschiedlich steil. Kommt der Wind aus einer Richtung, wo das Gelände komplex ist und sich stark ändert, sind die Messfehler am größten. Pro Messrichtung liegt die Fehlertoleranz zwischen einem und fünf Prozent.

Vorteile

  • Keine Messmastbeeinflussung
  • Sofort Messbereit am Zielort
  • Meßbereich sehr groß (bis 200 m)
  • keine Baugenehmigung erforderlich
  • Bei Projektabbruch Abbau und Aufbau andernorts
  • Flexibler Einsatz am Standort wenn ein Standort wenig Wind zeigt
  • keine Messmastvereisung

Nachteile

  • Meßfehler bei komplexem Gelände
  • Stromversorgung: Generator notwendig (Solar reicht nicht)
  • Bei Ausfall von Sensoren gehen alle Daten verloren Reparatur nur vom Hersteller
  • Kalibrierung ist zeit- und kostenintensiv
  • bei niedrigen Wolken, Nebel keine Meßwerte, bei sehr klarer Luft keine Messung (Skandinavien)
  • Diebstahlgefahr: (Baúzaun reicht nicht aus)

Strömungsanhebung am Berg verursacht Meßfehler. Fehlersimulation und Fehlerkorrektur mittels CFD. Fehlergrösse 2 bsi 4 %. Anwendung der Fehlersimulatuion erfordert Erhöhung der Unsicherheitsangabe im Gutachten. Vereisung auf Gerät:Eigenwärme verhindert vereisung. Wasser wird von Wischer weggewischt